
Mein London-Kurztrip neigt sich nun langsam dem Ende-heilfroh darüber, fasse ich hier meine vergangenen 24 h mal eben zusammen, dem Laptop sei dank. Geplant war der Tag London, genau gesagt London-Stansted, nämlich nicht wirklich. Aber beginnen wir von vorn:
10:10 Uhr am Dienstag, den 24.Oktober, holte mich Sebbi aus der elterlichen Übergangsherberge in Freital ab und wir machten uns auf den Weg nach Altenburg. Von dort aus sollte 12:50 mein Ryanair-Flieger nach London gehen, um dann 14:45 in den Anschlussflug der gleichen tollen Fluggesellschaft nach Santander einzusteigen. Wie ihr wahrscheinlich schon vermutet, blieb es dabei nicht. Nachdem Sebbi auf dem Rückweg noch von der örtlichen Polizei verfolgt und sich beim Bußgeld zwischen 15, 30 oder 50 € entscheiden durfte, hatte mein Flieger 45 min Verspätung. Leicht unruhig und extrem pissed off wegen der schrecklichen Sicherheitsmaßnahmen, ich durfte meinen straff gepackten Handgepäckskoffer komplett leeren, sah ich den Santanderflug immer weiter in die Ferne rücken. Und so kam es auch. 14:05 stand meine Maschine endlich und leicht dösig versuchte ich allen vor mir klar zu machen, dass ich es mehr als eilig habe. Wer den Flughafen in Stansted kennt, der weiß, dass hier auch gut und gerne Marathons veranstaltet werden könnten. So dauerte mein Sprint ein wenig und als ich 14:12 auf den Check-In-Screen sah, war genau das Befürchtete eingetreten: Ryanair FR2216 CLOSED! Jawohl dachte ich mir!
***Ryanair-Info gestürmt-No comment***Internetterminal gecheckt-keine Flüge mehr nach Bilbao,Vitória oder Santiago de Compostela,weder bei Ryanair,noch EasyJet***Jawohl zum Zweiten!***Investition von 50Pounds oder 75 Euro in den gleichen Flug nur Zeitpunkt X+24h!***
Claudi in Newcastle angerufen, nicht rangegangen. Überlegt wer sonst noch in London sein könnte:Marcel?-kein Anschluss unter dieser Nummer! Richtige Nummer erst gg 1:00 nachts bekommen-thx an Maiki. Aber da hatte ich schon 6 Stunden mit meinen zwei russischen Freunden hinter mir. Kurze Kosten-Nutzen-Analyse eines London-City-Ausfluges(15Pounds standen einer Ungewissheit gegenüber)- Entscheidung für 24h Airportfeeling! Jedenfalls hab ich dann nach diversen Ich-muss-die-Zeit-tot-schlagen-Einkäufen und ausgiebiger Zeitungslektüre, den maximalen Platz zweier Sitze ohne Armlehne genutzt und auf Rucksack und mit der Hand am Koffer schöne 8 Stunden geratzt. Stellt euch das aber nicht so einfach vor:

Ständige kommen neue Leute rammeln gegen deinen Koffer oder habens dermaßen drauf sich beim Hinsetzen die ganze Sitzzeile zu verschieben. Ich habe übrigens im Halbschlaf fünfzehn verschiedene Sprachen lernen dürfen, mann mann und die sabbeln alle, das geht überhaupt nicht klar. Achso und meine russischen Freunde, die mit Schlafsack den gehobeneren Schlafplatz ihren nennen durften, haben bestimmt bis 1:00 nachts die neuen Songs aus Russland präsentiert. Kleine Auswahl: DJ Bobo, ATB, Scooter… Grauenvoll!
So nach einem ausgedehnten Frühstück,ein Snickers, und kurzem Zähneputzen hat mich der Stern erfolgreich über die letzten 6 Wartestunden gebracht. Wenn du denkst, das war alles-nee da haste dich geschnitten. Ryanairhandgepäck draf ja maximal 55x40x20cm mächtig und 10kg schwer sein-hm und meins war mit 55x45x25cm auch fast passend, aber leider wog alles zusammen 18kg - :-). Normalerweise hieße das, zuzahlen oder Teile des Gepäcks da lassen. Vom ersten Gatekeeper abgewiesen, habe ich das Gepäck nochmals optimiert und alles in Hosen, Jackentaschen gesteckt, was nur so reinpasste und siehe da im Schutze einer indischen Großfamilie hab ich’s dann doch noch mit allem Zeugs zu den Gates geschafft. V.a. war ich überrascht, dass ich dieses Mal meinen Koffer zulassen durfte und nichts aber auch gar nichts beanstandet wurde.
So, nun werde ich mal gleich boarden und in 40 Minuten verlässt dann auch mein Flieger britischen Boden mit dem Ziel des schönen Santanders!
Hasta luego und bye UK! (Wednesday, october 25th, 2:05 pm)